Beerdigung · Gedicht · Tod

Ich werd‘ Dich nie vergessen, Opapa.

Am 25. Oktober hat mein Opa, leider diese Welt verlassen. Es ist komisch zu wissen, dass man nie wieder mit ihm reden kann, dennoch glaube ich daran, dass es ihm, da wo er jetzt ist, besser geht. Ich bin froh, dass er sich nicht mehr quälen muss und dass er den Tod bekommen hat, den er sich immer gewünscht hat.
Am 16.11 ist seine Beerdigung, zu diesem Anlass habe ich ihm zwei Gedichte geschrieben, die ich ihm mitgeben will, auf seine Reise.
Damit man ihn niemals vergisst in der Welt, veröffentliche ich diese Gedichte.
Ich hab dich sehr lieb Opa. ❤

In unseren Herzen,
wollen wir nicht traurig sein,
hast dich tief vergraben,
in unser Innerstes hinein.
Wir wollen nicht weinen,
weil du fort bist,
wir wollen dich feiern
und dein Leben ehren,
so wie es dir gebührlich ist.
Bist jetzt fort und auch nicht,
wohnst jetzt dort,
nahe dem Licht.
Bist immer bei uns,
in Seel‘ und Verstand,
brauchst keinen Leib, um zu lieben,
völlig irrelevant.
Warst stets für uns alle da,
lieber Opapa.
Und auch jetzt fühlt es sich an,
als wärst du uns ganz nah.
Wir denken still an dich,
wir vergessen dich nicht.

Ich will nicht weinen,
ich weigere mich,
denn du bist noch hier,
ganz sicherlich.
Du bist der erste weiße Schnee
und auch der Wind über dem See.
Das glitzern weit in der Ferne,
das funkelnde Leuchten der Sterne.
Wenn ich erwache im Morgenschein,
wirst du immer um mich sein.
Warst stets für mich da,
Und auch jetzt fühl‘ ich mich Dir so nah.
Du wirst ewig in unseren Herzen leben.
Nun ruhe sanft und geh in Frieden,
denk immer daran, dass wir dich lieben.
Das letzte Gedicht wird von mir oder dem Grabredner auf der Beerdigung vorgetragen. Es ist das persönlichere von beiden. Außerdem werden sie mit in die Urne gelegt, wie man mir verprach. Das wird ein schwerer Tag, aber ich glaube wirklich fest daran, dass er uns immer umgeben wird.
Eure Mia

Pic by http://lucifer-likes-sweets.deviantart.com/

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12 Kommentare zu „Ich werd‘ Dich nie vergessen, Opapa.

  1. Hallo Mia. Mein Herzliches Beileid. Mein OPA (Frauchens Papa) ist auch vor ein paar Jahren bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen. Daher finde ich es „gut“, dass er den Tot bekommen hat, den er sich gewünscht hatte. Die Gedichte sind wunderschön und berühren mich und Frauchen tief. Wir hatten damals auch ein Bild von uns mit ins Grab geworfen. Wünschen dir viel Kraft. Odie und Frauchen

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    1. Vielen lieben Dank, für diese Worte. Es freut mich ungemein, dass ich euch mit meinen Gedichten berühren konnte. Mein herzliches Beileid zu eurem Verlust, auch wenn es schon eine Weile her ist. Menschen die man liebt, vergisst man nie.

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      1. Das stimmt. Sie leben in unseren Herzen weiter. Ich glaube fest daran dass so von oben herab auf uns nieder sehen und uns beschützen. Ich wünsche dir dass der Schmerz verblasst und den schönen Erinnerungen platz macht. Odie

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  2. Ohje, liebe Atroksia…. das tut mir so fürchterlich leid!!!!! Ich weiß noch, wie ich gelitten habe, als meine Tante am 10.10.2008 an Gehirntumor starb… ich habe es bis heute noch nicht verarbeitet und bin gerade deshalb zutiefst fasziniert, dass deine Gedichte so…. schön und nicht depressiv sind… das zeigt so viel Kraft und Stärke, die ich niemals gehabt hätte.
    Ich hatte Pipi in den Augen.
    Das sind zwei wunderschöne (wenn man das Wort in Bezug auf so einen Anlass überhaupt benutzen „darf“) Gedichte! ♥
    Fühle dich ganz herzlich umarmt!

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    1. Hey Jessi 🙂 freu mich sehr über deine lieben und tröstenden Worte. Es tut mir leid, dass du so gelitten hast und dass du immer noch daran zu knabbern hast. Ich hoffe irgendwann wird es einfacher für dich.
      Ich drück dich auch und wünsche dir viel Kraft für die Zeit des Schmerzes.

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  3. Ich finde, es ist dir gut gelungen, DAS auszudrücken, was du empfindest. Ich kann es gut nachvollziehen, denn mir ging es damals genauso, wie mein Dad ging.
    Auch wenn jetzt schon etwas her, weil ich es heute erst gelesen habe, so möchte ich dir doch mein Beileid ausdrücken.
    Zwar glaube ich nicht an Religionen und ein Leben nach dem Tod. Vielmehr sind die Menschen, die uns nahe waren, in unseren Herzen. Dazu brauche ich keinen Himmel.
    Also leben diese Menschen in uns weiter, und sind mit dem, was sie uns hinterließen, ein Teil von uns.

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    1. Vielen lieben Dank 🙂 jetzt ist die Beerdigung auch vorbei und der schlimme Teil hinter mir. Ich mag keine Beerdigungen, das fühlt sich immer so entgültig an.
      Irgendwann erreicht man ein Alter, wo Menschen anfangen zu gehen. Dieses Alter hab ich jetzt erreicht und ich muss mich mit der Tatsache abfinden. :/

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  4. mein aufrichtiges mitgefühl, liebe atroksia.
    deine gedichte sind von herzen geschrieben nehme ich an, denn sie sind gefühlvoll.

    vor 4 jahren verstarb mein vater als pflegefall in einem heim. ich brauchte ein jahr des trauerns, um mit dem verlust leben zu können. neben erinnerungsstücken von ihm träume ich immer mal wieder von meinem vater. so lebt er in mir weiter und ist nicht vergessen.

    ich wünsche dir viel kraft. hast du noch eine omi?

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    1. Vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Langsam fängt an jeder zu gehen. Eine Omi hab ich noch und ich hoffe ich kann noch einige Jahre mit ihr verbringen, bevor auch sie geht. Das schwerste an dem ganzen, war, zu sehen wie sie darunter leidet. Die Beerdigung war schön, und es waren wirklich viele Menschen da um meinem Opa lebewohl zu sagen. Der Grabredner hat sich wirklich mühe gegeben, aber mein Gedicht war das persönlichste an dem ganzen und es hat so einige zu Tränen gerührt.

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      1. aber gern doch, der kommentar kam von herzen.
        meine großeltern väterlicherseits sind früh verstorben, sie habe ich kaum gekannt.
        der opa war jahrgang 1899, die oma 1897, der opa starb 1962 ein jahr nach meiner geburt an einem herzinfarkt. damals gabs kaum telefon und deswegen war die medizinische versorgung noch nicht so flott. die oma starb wohl 1965, sie hatte jahre vorher einen schlaganfall erlitten und war halbseitig gelähmt. im alter von drei jahren fuhren die eltern mit mir und meiner schwester ins pflegeheim, damit die oma mich noch einmal sehen kann. ich kann mich noch daran erinnern. sehr schade.
        die großeltern mütterlicherseite kenne ich dafür umso besser.
        oma starb 2 tage vor ihren 90. geburtstag, der opa war schon 1993 verstorben, er waar voller krebs.
        dann gab es noch den vater meiner mutter und die zweite frau von ihm.
        den vater habe ich nicht kennengelernt, aber die stiefmutter meiner mutter.
        wir haben eine rege familiengeschichte. ich hoffe, du nimmst mir nicht über, davon geschrieben zu haben.

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    2. wow da hast du aber schon echt viele verloren. für mich war das die erste beerdigung überhaupt. sehr komisches gefühl. muss ich auch echt nicht öfter haben. natürlich find ich es nicht schlimm wenn du darüber redest, eher sehr vertauensvoll, was ich schön finde. tut mir sehr leid, dass du schon so viele verloren hast. ich glaub es wird nie leichter, egal wieviele man verliert und dann kommt es auch immer drauf an wen man verliert.

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      1. ja danke.
        einige großtanten und onkel sind auch schon verstorben.
        meinen ersten toten habe ich im frühsommer 1977 gesehen.
        die familie besuchte den onkel und tante meines vaters.
        onkel war asthmakrank und hatte ein schwaches herz.
        vater, bruder und onkel machten einen spaziergang, auf dem rückweg kurz vor zuhause brach der onkel tot auf der straße zusammen.
        er wurde 77 jahre alt und hatte sicher einen schönen tod.
        so aus dem leben heraus.
        einige freunde habe ich auch schon verloren, doch war ich nicht bei allen beerdigungen dabei, manchmal passte es einfach nicht.
        als der nachbar der eltern meines ehemaligen freundes verstarb, sind wir zur beerdigung, selbst bei ihm musste ich weinen obwohl ich den nachbarn nicht gut kannte.
        weine immer auf beerdigungen.
        vor vier jahren ist mein vater verstorben, leider bestanden schwester und bruder auf eine anonyme beisetzung.
        deswegen habe ich kein grab zum pflegen und nachdenken.
        aber schluß mit den traurigen geschichten.
        danke dass ich davon schreiben durfte.

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