Allgemein · Erlebnisbericht

Potsdamer Schlössernacht 2016

Tja wo soll ich anfangen? Ich hatte mich ja wirklich, seit Monaten auf dieses Event gefreut. Was ich schon alles hörte darüber, ließ mich wahrlich entzücken. Wie toll es doch sein sollte und wie romantisch. Man würde in eine andere Zeit versetzt werden.

Ich rede von der alljährlichen Schlössernacht in Potsdam. Die Karten habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen. Und so eine Karte ist weiß Gott nicht billig.

Nachdem wir die ersten Essensstände durchquert hatten, kamen wir beim Schloss Sanssouci an, wo nur eine Menge Menschen vorzufinden waren, aber keine Highlights. Erst hinter dem Schloss, konnten wir die mutigen Tänzerschritte von Freiwilligen bestaunen. Allerdings wurde das nach einer Weile ziemlich langweilig, weil die Herrschaften natürlich erst ewig eingewiesen werden mussten. Mir hätte besser gefallen, wenn dort ausgebildete Tänzer eine Performance abgeliefert hätten, um das Publikum zu unterhalten.

Danach sahen wir die ein oder andere gestalterische Figur und setzten uns bei der alten Bockwindmühle ab, für die man sonst auch bezahlen muss. Wir wollten den Ausblick genießen und kaum oben angekommen, fing es wie aus Kübeln an zu schütten. Also verbrachten wir eine ganze Weile dort, bis es besser wurde. Ziemliche Zeitverplemperung. Gut für das Wetter können die Veranstalter nichts, aber vorgesorgt war auch nicht für diesen Fall.

So naiv wie ich war, dachte ich dort wäre das Thema „Barock und Rokoko“, doch ich sah kaum Darsteller die verkleidet waren, auch fielen viele Aktionen aus wegen dem Regen und dann diese moderne Musik überall. Das lud nicht gerade zum Träumen ein.

Außerdem nahmen die Essens und Getränkestände ein Übermaß an Platz ein. Wo man hinsah und trat waren Völlerei und Trunkenheit im Vordergrund. Außerdem fiel mir ein Haarentfernungsgewerbe auf, welches nun wirklich nicht dort hinpasste.

Viele Schlösser waren offen, aber um dort hineinzugelangen musste man lange Schlangen in Kauf nehmen. Wir hatten Glück und konnten die neuen Kammern besuchen, weil sich dafür anscheinend nicht so viele interessierten wie für das Neue Palais beispielsweise, welches wir zur späterer Stunde sehen wollten, aber uns die Massen davon abhielten. Dazu regnete es in Strömen und auch die Regenschirme schützen nicht davor. Da verging einem die Laune.

Auch die angekündigten Lichtspiele, waren mehr als dürftig. Ein bisschen Wasser anleuchten und ein paar Neonlichtröhren aufgebaut, manche Häuser die ein wenig angeleuchtet wurden und ein paar Bäume, das war’s. Nichts spektakuläres.

Nach 7 Stunden umhergelatsche durch den Park, mit wenigen Attraktionen, kaum Unterstellmöglichkeiten, wenig Sitzgelegenheiten und überteuertem Speis und Trank, selbst für die Toiletten musste man zahlen, kamen wir irgendwann beim Palais an. Dort wollten wir eigentlich auf das Feuerwerk warten, aber bis dahin sollte es noch 2 Stunden dauern. Die Besichtigung traten wir dann auch nicht an, wegen den großen Schlangen und dann standen wir da, im Regen, die Füße schmerzend. Wir traten kehrt und gingen nach Hause, als wir plötzlich Geknalle hörten, kaum waren wir bei der Tram angelangt. Da hatten die das Feuerwerk einfach eine Stunde vorverlegt, ohne Vorankündigung. Man war ich sauer.

Ganz ehrlich, 50 Euro ausgeben nur um durch den Park zu latschen, überteuertes Essen vorzufinden und sonst nichts weiter, außer die wenigen paar Bühnen mit der schrecklichen Musik und den paar wenigen bunten Häuserfassaden, halte ich doch für Geldabschneiderei.

Bei der Hauptbühne konnte man nicht sitzen, weil zu wenig Plätze da waren, außerdem keine Überdachung. Die Schlösser waren überfüllt und auf den Wegen war kaum spektakuläres zu sehen. Ich hatte große Erwartungen, weil ja angeblich so viele Schausteller durch den Park laufen würden. Ich sah genau zwei. Jemanden auf Stelzen und die Tanzveranstaltung. Der Rest war nur verkleidet und machte vielleicht 1 % von all den Menschen dort aus. Wenn überhaupt.

Es war wie ein langer langer Spaziergang durch den Park. Nicht mehr und nicht weniger. Mein Highlight dieses Tages war der Besuch in den neuen Kammern, der einzige Ort, an dem ich kurz träumen konnte. Ansonsten kann ich dieses Event nicht als Jahreshighlight empfehlen, obwohl es sicher davor bessere Schlössernächte gab und Hoffnung bleibt, denn bald soll ein anderer Veranstalter die Nächte gestalten.

Kennt ihr die Schlössernacht oder ähnliche Veranstaltungen? Könnt ihr was empfehlen?

Eure Mia

Sorry wegen den Bildern, aber ich hatte nur mein Handy dabei, was sich im nachhinein als gut heraus stellte. Videos zu dem Abend findet ihr auf meiner Instagram Seite.

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4 Kommentare zu „Potsdamer Schlössernacht 2016

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