Allgemein · Lifestyle

Geschichten die das Leben schreibt – II

Diesmal erzählt uns Ivy, wie sie bei „Wetten dass?“ gelandet ist.


Mit dem Fernsehen hatte ich noch nie etwas am Hut. Tatsächlich habe ich sogar noch nie in einem Haushalt gelebt, in dem es ein Empfangsgerät dafür gibt. Trotzdem landete ich mitten in einer bekannten Fernsehshow. Und so kam das zustande:

Die Bodypainter, die mich auf einer Fantasy-Veranstaltung in eine Elfe verwandelt hatten, planten eine Wette bei „Wetten dass?“. Sie fragten mich, ob ich dort auch mitmachen wollte. Dafür müsste ich zunächst für ein Casting nach Mainz zum ZDF kommen. Da mir die Fahrt dorthin bezahlt werden sollte, fuhr ich einfach mal hin, um mir das vor Ort anzusehen. Wirklich viel zu sehen gab es aber nicht. Es wurden ein paar Fotos gemacht, geredet und ein bisschen angemalt.

Bei der Wette sollte die teilnehmenden „Mädels“ an ihrem Po-Abdruck auf einem Papier erkannt werden. Diese Idee stammte wohl von einem Bodypainting Festival oder Wettbewerb, wo sich die bemalten Models auf weiße Stühle setzten und danach einen farbigen Abdruck hinterließen. Eigentlich eine lustige Idee. Im Fernsehen allerdings kann man sich vorstellen, dass nackte Popos eher nicht lustig wirken..

Ich habe damals nicht groß darüber nachgedacht. Ich fand die Idee lustig und das Vorhaben irgendwie aufregend. Also sagte ich zu und wurde auch genommen. Unter den Mädels waren auch einige, die zuvor noch nie etwas mit Bodypainting zu tun hatten. Sehr mutig, denn das ewige Stillstehen ist wirklich anstrengend. Aber wir wussten wohl alle nicht recht, auf was wir uns da eingelassen hatten.

Die Sendung fand dann einige Wochen später statt. Wir wurden jeweils zu zweit in Hotelzimmern untergebracht. Schon seltsam mit einem Mädchen im selben Doppelbett zu liegen, das man zuvor noch nie gesehen hatte.

Es gab eine sehr langwierige Probe vor Ort. Die Räumlichkeiten waren eiskalt und ungemütlich. Wir mussten vor einer extra dafür angesprühten Wand stehen und wurden genauso angemalt. Wenn wir dann in der richtigen Position standen, konnte man uns kaum sehen. Ein interessanter Effekt!

Der Probetag beinhaltete sehr langes rumstehen und frieren und war daher nicht besonders angenehm. Der Tag, an dem die Sendung dann live ausgestrahlt wurde, war hingegen sehr aufregend. Unser Wettpate wurde von einigen Mädels angehimmelt. Dementsprechend waren diese besonders nervös und aus dem Häuschen. Natürlich waren einige Promis zugegen, die selbst mir bekannt waren. Ins Gespräch kam man mit diesen aber natürlich nicht! Man sah sie nur von weitem beschäftigt vorbeigehen.

Unsere Wette verlief gut. Ein Typ musste 4 von 5 Mädels am Po-Abdruck erkennen und das schaffte er auch. Persönlich kannte ich ihn übrigens nicht. Aber er kannte natürlich die Bodypainter. Gottschalk machte seine Witzchen über die Wette, Michelle Hunziker erklärte, wie sie ablaufen sollte und dann ging es auch schon los. Wir standen brav vor der Mauer.

Nacheinander wählten Thomas und der Wettpate ein paar Mädchen aus, deren Popos wurden nochmals frisch mit blauer Farbe angesprüht und dann mussten sie sich auf ein weißes Papier setzen.

Im Nachhinein klingt das Ganze ziemlich albern. Aber es war aufregend und eine spannende Erfahrung. Auch, wenn es mir nun etwas peinlich ist, dass mein Popo im Fernsehen zu sehen war, denn ich war tatsächlich eine derjenigen, die ausgewählt wurde. Die Stimmung in der großen Halle und hinter den Kulissen war freudig-angespannt.

Die Aftershowparty war übrigens sehr unspektakulär. Klar, ein paar der Stars liefen dort herum, aber ich wollte niemandem auf die Nerven gehen. Schließlich bildeten sich richtige Menschentrauben um die bekannten Persönlichkeiten. Wozu sollte ich mich da noch hinzugesellen? Auf solch einer Party würden man eher keine interessanten Gespräche führen können und auf oberflächliches Geplänkel konnte ich auch verzichten.

Tja, und das war es dann auch schon. Im Nachhinein ist es schon seltsam, sich die Sendung anzuschauen. Wie habe ich mich das damals nur getraut? Immerhin bin ich wirklich kein Model, habe keinerlei Ahnung, wie man sich vorteilhaft präsentiert und sehe auch nicht sehr ladylike aus. Damals habe ich nicht einmal viel Sport getrieben und war mit meinem Körper auch eigentlich nicht zufrieden. Tja, vielleicht verbuche ich es einfach als Jugend-Ausrutscher.

Habt ihr auch eine aussergewöhnliche Geschichte, die ihr mit der Welt teilen wollt? Dann schickt sie mir doch, gerne mir Pseudonym, an: atroksia@hotmail.com

euremia

Pic by https://aliceyuric.deviantart.com/

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2 Kommentare zu „Geschichten die das Leben schreibt – II

    1. Lieber Laurel, ich weiß auch nicht ob ich mir sowas getraut hätte, in dem Fall hat es sich die Schreiberin Ivy getraut ;) hihi ich glaube du hast den ersten Satz übersehen ;) Macht aber nix, freu mich trotzdem über deinen lieben Kommentar. Und Ivy sicher auch :) LG

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